Mit Aug’ und Ohr für’s Vaterland

Mit Aug’ und Ohr für’s Vaterland

Der Schweizer Aufklärungsdienst von Heer & Haus im Zweiten Weltkrieg


Jürg Schoch
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General Guisan lancierte während des Zweiten Weltkriegs im Zeichen der geistigen Landesverteidigung die Organisation Heer & Haus und dazu einen Aufklärungsdienst. Dieser sollte den Widerstandsgeist im Volk stärken und in Erfahrung bringen, was die Bürgerinnen und Bürger denken. Zu diesem Zweck wurden in den Städten und Dörfern Tausende von Vertrauensleuten aus allen Bevölkerungsschichten rekrutiert, die zu berichten hatten. Einige Hundert von Zehntausenden Rapporten wurden nun erstmals ausgewertet und bilden thematisch gegliedert den Schwerpunkt der Publikation zusammen mit den kritischen Erläuterungen des Autors. Man ärgerte sich über die schamlose Preistreiberei der Bauern, den preussischen Gesangsstil in der Armee, das langweilige Programm von Beromünster. Man rief nach der Todesstrafe, nach der AHV, nach einer harten Hand gegen die Fröntler. Man denunzierte den Nachbarn, ärgerte sich über Juden, sah im Internierten den Weiberhelden. Man war patriotisch. Solche Gefühle, Forderungen, Haltungen drücken die Rapporte aus, welche die Vertrauensleute nach Bern sandten – in Erfüllung ihrer Pflicht, laufend über die Stimmung im Land zu berichten. Es sind Wortmeldungen, die frisch aus der damaligen Gegenwart springen.

Details

Seitenanzahl: 352
Abbildungen: 53
Format: 14.9 x 21.9 cm
Buch, Gebunden
ISBN: 978-3-03823-901-7
Erscheinungsdatum: 23.03.2015

«Die Mischung aus Angst, Neid und Vorurteilen lässt an heutige Flüchtlingsdebatten denken.» Heike Talkenberger, Damals, 10/2015

«Der Historiker Jürg Schoch wirft einen Blick von unten auf die schwierigen Jahre des Zweiten Weltkriegs. Er wertet aus, was einfache Bürger dem Aufklärungsdienst von Heer & Haus geschrieben haben.» Rolf App, St. Galler Tagblatt, 14. August 2015

«Wer die aufschlussreichen Berichte nur aus schweizerischer Sicht beurteilt, greift zu kurz – gerade im Blick auf Deutschland.» Bernd Haunfelder, Westfälische Nachrichten, 5. Mai 2015

«Jürg Schoch liefert in seinem Buch eine weit gefasste Übersicht der Stimmung in der Bevölkerung während der Kriegszeit.» Rolf Hürzeler, Basler Zeitung, 13. April 2015

«Zu allen wichtigen Ereignissen lässt Schoch den Volksmund ungefiltert sprechen, und das macht sein Buch so wertvoll. Im Grunde handelt es sich um eine Geschichte der Schweiz im Zweiten Weltkrieg von unten.» Thomas Zaugg, Bücher am Sonntag, 29. März 2015

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Autor/in

Jürg Schoch, nach einer kaufmännischen Lehre Studium der Geschichte. Promotion zum Dr. phil. mit einer Arbeit über «Die Oberstenaffäre 1916». In den 1970er- Jahren Bundeshauskorrespondent für verschiedene Medien. Von 1981 bis zur Pensionierung als Inlandredaktor, Chef der Auslandredaktion und Frankreich-Korrespondent beim Zürcher «Tages-Anzeiger». Zahlreiche Reportagereisen in Osteuropa, Russland und den baltischen Staaten. Publikationen u.a. «In den Hinterzimmern des Kalten Krieges» (als Herausgeber und Mitautor 2009), «Fall Jeanmaire, Fall Schweiz» (2006).

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