Minister Hans Frölicher

Minister Hans Frölicher

Der umstrittenste Schweizer Diplomat


Paul Widmer
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Kein Schweizer Diplomat ist so umstritten wie Hans Frölicher. Als Gesandter in Berlin hatte er während des Dritten Reiches die schwierigste diplomatische Mission zu erfüllen, die der Bundesrat je zu vergeben hatte. Die Schweiz rüstete sich mit grosser Entschlossenheit zum Widerstand. Frölichers Aufgabe bestand jedoch darin, mit dem nationalsozialistischen Deutschland freundliche Beziehungen zu pflegen. Gerade weil der Bundesrat ihm einen geschmeidigen Umgang mit den Nazi-Grössen zutraute, hatte er ihn auf diesen Posten berufen. Frölicher wurde nach dem Krieg für seine Amtsführung heftig kritisiert, namentlich von Edgar Bonjour. Paul Widmer, selber Diplomat, setzt sich in dieser ersten Frölicher-Biografie gründlich mit der schwierigen Rolle auseinander, in der sich ein Diplomat auf Posten in einem totalitären Staat befindet. Anpassung und Widerstand: Wie hat Frölicher dieses Problem gelöst? Paul Widmer gibt darauf eine differenzierte und klare Antwort.

Details

Seitenanzahl: 264
Info:32 s/w Fotografien. Masse: 15 x 22 cm
Buch, Gebunden
ISBN: 978-3-03823-779-2
Erscheinungsdatum: 01.11.2012

«Mit der Fülle an Material und Quellen ist Paul Widmer die bisher beste und ausgewogenste Darstellung zum Fall Frölicher gelungen. […] Aber die Frage, warum Frölichers Tätigkeit weit über die notwendige Rolle hinausging, die er im Interesse der Schweiz zu spielen hatte, und er sich gegenüber  der Judenvernichtung so passiv verhielt, ist mit dem Hinweis auf frühere diplomatische Traditionen nicht ausreichend begründet beziehungsweise beantwortet.» Matthias Steinmann, Die Weltwoche, 31. Januar 2013

«Paul Widmer erzählt in seinem kenntnisreichen und argumentativ klug aufgebauten Band die Geschichte des unglücklichen Abgesandten seines Landes im Berlin der Jahre 1938 bis 1945, Hans Frölicher. Er bildet dabei zugleich das wenig vorteilhafte Bild seines selbst in grosser Not zerrissenen Staatswesens ab, das, wenig geeint, keinen einheitlichen Weg einzuschlagen wusste, wie es Hitler überhaupt gegenübertreten sollte. Der Verfasser zeichnet ein faires Porträt Frölichers, der für das schlechte Abbild der Schweiz jener Jahre herhalten musste. Dass der Autor dabei gängige Vorurteile und unlautere Verächtlichmachung eidgenössischer Historiker beiseiteräumt, ist noch erfreulicher.» Bernd Haunfelder, Westfälische Nachrichten, 12. Dezember 2012

«Dem Verfasser ist es gelungen, seine Darstellung in einen mit leichter Hand zügig geschriebenen und auch für Nichthistoriker gut verständlichen Text zu kleiden.» Konrad Stamm, Neue Zürcher Zeitung, 28. November 2012

«Widmer schliesst sein Buch mit dem Satz, es bestehe weder ein Anlass, Frölicher zum Sündenbock zu stempeln, noch einer, ihn zum Vorbild der Diplomatie zu erheben. – Also ein Fünfzig-zu-fünfzig-Prozent-Urteil, eine halbe Entlastung? Freilich: Wenn Frölicher in Berlin den Nazis den Hof gemacht und wenn er in Bern den Anwalt für die Nazis gespielt hat, ist er dann nicht eben doch zu hundert Prozent den Nationalsozialisten auf den Leim gekrochen? Das heisst: Widmers Urteil lässt sich anfechten. – Wir warten auf den Spruch der nächsten Instanz.» Konrad Stamm, Neue Zürcher Zeitung, 28. November 2012

«Paul Widmers vorzügliche Biografie fasst en Befund so zusammen: 'Frölicher betrieb eine kluge Politik in Berlin, aber eine schlechte in Bern.'» Urs Bitterli, Tages-Anzeiger, 30. November 2012

«Hans Frölicher gilt seit Jahrzehnten als der am meisten verachtete Diplomat der Schweiz. Sein Biograph Paul Widmer will ihm historische Gerechtigkeit widerfahren lassen.» Rainer Blasius, Frankfurter Allgemeine Zeitung, 5. November 2012
 
«Paul Widmer beschreibt in dieser ersten Frölicher-Biografie einen Diplomaten mit einer Aufgabe zwischen Anpassung und Widerstand.» tachles, 12. Oktober 2012

«Widmer legt eine ebenso gründliche wie pointierte, sowohl kritische als auch differenzierte Monografie vor, die sehr fair in ihrem Urteil ist und erst noch gut lesbar. […] In seinem neuen Buch stellt er das Handeln von Botschafter Frölicher in das komplexe Geflecht von persönlichen Eignungen, beruflichen Aufgaben, Staatsräson und heiklen Zeitumständen im Zentrum des Dritten Reiches. Er würdigt Frölichers Wirken mit dem Wissen des Insiders und der professionellen Distanz des Historikers.» Urs Rauber, Bücher am Sonntag, 30. September 2012



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Autor/in

Paul Widmer, Dr. phil., Botschafter, studierte Geschichte und Philosophie in Zürich und Köln. 1977 trat er in den diplomatischen Dienst ein. Von 1992 bis 1999 war er Postenchef in Berlin, dann Botschafter in Kroatien und Jordanien und anschliessend ständiger Vertreter der Schweiz beim Europarat in Strassburg. Derzeit ist er Botschafter beim Heiligen Stuhl. Er ist Verfasser mehrerer politischer und historischer Bücher.

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