Plädoyer für eine gelebte Mehrsprachigkeit

Plädoyer für eine gelebte Mehrsprachigkeit

Die Sprachen im Räderwerk der Politik in der mehrsprachigen Schweiz und im europäischen Ausland


Romedi Arquint
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Mit dem Aufkommen der Nationalstaaten gelangten die Sprachen in den Fokus der Politik. Die neu sich bildenden Staaten mussten eine emotional positive kollektive Bindung zu den Bürgern schaffen. Die Nationalsprachen waren ein Mittel dafür. Diese verloren dabei ihre politische Unschuld. Mit dem Territorialitätsprinzip sicherte sich der Staat das Monopol über die Sprache, alle anderen auf dem Staatsgebiet benutzten Sprachen wurden mehr oder weniger diskriminiert. Die Schweiz ist zwar als Staat in exemplarischer Weise mehrsprachig, die Kantone mit ihrer Hoheit über die Sprachen haben jedoch das Modell der Nationalstaaten übernommen. Angesichts der gewaltigen gesellschaftlichen Veränderungen gilt es heute, das Prinzip des Grundrechts auf Sprachenfreiheit aus der Territorialitätsfalle zu befreien und es kantonsübergreifend und öffentlich zur Geltung zu bringen. Für die Bildung bedeutet dies: Mehrsprachigkeit wird zum Normalfall.

Details

Seitenanzahl: 160
Abbildungen: 1
Masse: 15 x 22 cm
Buch, Broschiert
ISBN: 978-3-03823-910-9
Erscheinungsdatum: 17.11.2014

«Außer einem wirklichkeitsfernen Fremdsprachenunterricht werden kaum Impulse zur Mehrsprachigkeit geboten. Es gibt wenig Austausch zwischen den Sprachgruppen und kaum gemeinsame Medienprogramme oder Übersetzungen. In einer bildreichen, mit Anekdoten angereicherten Sprache spricht sich der Autor deshalb für die Ausweitung des Grundrechts auf Sprachfreiheit aus, vor allem im Bildungsbereich.» Wolfgang Denzler, Portal für Politikwissenschaft, 12. Februar 2015

«Was Arquint stört, ist die Festlegung der Landesteile auf eine jeweils einzige ‹eigene› Sprache. Als ‹Mythos› bezeichnet er die Ansicht, eine saubere Abgrenzung der Sprachgebiete sei eine Voraussetzung für den Sprachenfrieden; diesem Mythos entsprängen auch Urteile des Bundesgerichts zu Schulfragen an der Sprachengrenze.» Daniel Goldstein, Der Bund, 6. Februar 2015

«Der deutsch schreibende Rätoromane Arquint gehört nicht zu jenen Warnern, die meinen, die Schweizer verstünden einander zu wenig. Vielmehr geht es ihm um die Sprachfreiheit jener Mitbürger, die nicht im Gebiet ihrer Muttersprache leben: Für sie ist das Territorialitätsprinzip, das jeden Flecken Land einer Sprache zuordnet, ein Nachteil.» Daniel Goldstein, Sprachspiegel, 2015-01

«Mit seinen Vorschlägen, die nicht alle gänzlich neu sind, begibt sich Arquint auf Konfrontationskurs mit vermeintlich Altbewährtem.» Marc Tribelhorn, Neue Zürcher Zeitung, 20. November 2014

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Autor/in

Romedi Arquint (* 1943), Theologiestudium und Pfarrer in Bivio 1967–1971, Gymnasiallehrer, Wissenschaftlicher Adjunkt im Bundesamt für Kultur 1983–1991, Präsident der Lia Rumantscha und der Föderalistischen Union Europäischer Volksgruppen, Mitglied der Stiftungen CONVIVENZA und BABYLONIA, Bündner Grossrat 1995–2010. Als Rätoromane ein Prototyp europäischer Mehrsprachigkeit.

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