Inszeniertes Leben

Inszeniertes Leben

Die entzauberte Biografie des Selbstdarstellers Dr. Tomarkin


Franziska Rogger, Madeleine Herren-Oesch
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Am 3. Februar 1922 erklärte die «Basler National- Zeitung» unter dem Titel «Warum ist der Papst gestorben» den Lesern, dass der junge Schweizer Biochemiker Leander Tomarkin mit seinem Wundermittel «Antimicrobum» eine revolutionäre Entdeckung gemacht habe. Leider aber habe man ihn nicht zum Pontifex vorgelassen – A star was born. Der angebliche Arzt Leander Tomarkin, 1895 in Bern geboren, 1967 in Goshen, Pennsylvania, begraben, zog mit seinen sensationellen Heilerfolgen und bezaubernden Kongressen für kurze Zeit alle in seinen Bann: Könige, Wissenschaftler, selbst Albert Einstein. Die Autorinnen zeigen Tomarkin als wissenschaftliches Genie, als Hochstapler, als Milieuopfer und als Kind seiner Zeit aus Sicht der Medien, der Fachwelt und seinen eigenen Darstellungen. Sie umkreisen die biografischen Wahrheiten dieses Selbstdarstellers: «Wahrheiten» wechseln horizontal, je nach Informanten und Quellen, und sie verändern sich vertikal, je nach zeitlichem Blickwinkel. So werden Fakten demontiert, Methoden der Geschichtsschreibung vorgeführt und Resultate umgekehrt. Ein Lehrstück zur «historischen Wahrheit».

Details

Seitenanzahl: 385
Abbildungen: 68
Format: 15.5 x 23.5 cm
Buch, Gebunden
ISBN: 978-3-03823-789-1
Erscheinungsdatum: 01.09.2012

«Seine Medikamente sollten die schlimmsten Krankheiten heilen, seine Fachkongresse waren die Ereignisse des Jahres: Der angebliche Arzt Leander Tomarkin beeindruckte in den dreißiger Jahren Patienten und renommierte Kollegen mit einem perfekt konstruierten Lügengebäude - selbst Nobelpreisträger Einstein fiel auf ihn herein.» Marc von Lüpke, Spiegel Online, 31. Oktober 2013

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Autor/in

Franziska Rogger Kappeler, Dr. phil., Studium der Geschichte in Bern und Berlin. Journalistin und Ausstellungskuratorin. 1989–2010 Leiterin des Berner Universitätsarchivs. Publikationen u. a.: «Einsteins Schwester» (2005), «Ganz Europa blickt auf uns» (2010).

Madeleine Herren-Oesch, Prof. Dr. phil., Studium der Geschichte und Literaturgeschichte in Bern. 2004 Lehrstuhl für Neuere Geschichte an der Universität Heidelberg. Publikation u. a.: «Internationale Organisationen seit 1865: eine Globalgeschichte der internationalen Ordnung» (2009).

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