Die Akte der Luisa De Agostini

Die Akte der Luisa De Agostini

Eine Frau zwischen Wohlfahrt und Bevormundung


Urs Hardegger
Sonderpreis
Lieferbar 40,00 CHF 24,00 CHF
inkl. MwSt. zzgl. Versandkosten
Im Mittelpunkt steht das Schicksal einer jungen Frau aus der Unterschicht Anfang des 20. Jahrhunderts, die bei ihrer Lebensbewältigung gescheitert ist. Luisa De Agostini wäre wie Millionen andere längst in Vergessenheit geraten, hätte sich nicht der etablierende Sozialstaat ihrer angenommen, was zur Produktion einer Unmenge von Akten führte. Diese Akten, die der Autor ausgewertet hat, leuchten die schwierigen Lebensumstände einer Frau aus, die in den Augen der anderen nie genügt, deren Unzulänglichkeiten der moralischen Ächtung preisgegeben werden und deren Versuche, sich einen letzten Rest an Würde zu bewahren, keine Anerkennung finden. Die einzigartigen Dokumente führen in die Zeit des Ersten Weltkrieges, der Klassen- und Kulturkämpfe und widerspiegeln Alltag und Mentalität der Zürcher Gesellschaft. In amtlichen Anweisungen und verzweifelten Briefen kommen gesellschaftliche Wertvorstellungen und Normen in Bezug auf Armut, Gender, Familie und Erziehung zum Vorschein.

Details

Seitenanzahl: 336
Abbildungen: 47
Masse: 15 x 22 cm
Buch, Gebunden
ISBN: 978-3-03823-785-3
Erscheinungsdatum: 11.10.2012

«Es ist eine schier unfassbare Geschichte, die Hardegger erzählt. Zürich war damals fortschrittlich. Das reichte aber nicht, um die Betroffenen vor bürokratischer Härte zu schützen. Das Buch ist sehr zu empfehlen, weil es plastisch zeigt, was zurückkehren könnte, wenn der Sozialstaat, wie wir ihn heute kennen, ausgehebelt wird: Armut wird zur ausweglosen Machtlosigkeit.» Susan Boos, WOZ, 17. Oktober 2013

„Detailliert und chronologisch arbeitete [der Autor] das Verhältnis der Fürsorgeempfängerin Luisa Agostini – damals ein Kind von 9 Jahren – und der bürgerlichen Fürsorgerin Frau Vögeli auf. Dabei zeigt sich ein typisches Dilemma der Sozialpädagogik: Frau Vögeli will helfen, doch gleichzeitig kontrolliert und diszipliniert sie Luisa. Sowohl Kindeswohlge-fährdung als auch die Gleichzeitigkeit von Hilfe und Kontrolle sind noch heute ein zentrales Problem der Sozialpädagogik.“ Prof. Dr. Catrin Heite, UZH News, 16.10.2012

„Der Erziehungswissenschaft Urs Hardegger hat die Fülle der Schriftstücke zusammengetragen und daraus eine Familiengeschichte über drei Generationen verfasst, an der die Ambivalenz der damaligen staatlichen Wohlfahrtspolitik exemplarisch aufgezeigt wird.“ Susanne Ellner, Neue Zürcher Zeitung vom 10. Dez. 2012

„Aufgrund der vielen Akten, die  über diesen Fall erhalten geblieben sind, gelingt es dem Autor, eine lebendige und anschauliche, historisch aber trotzdem überzeugende Geschichte zu rekonstruieren, die weder naiv für das Opfer Partei ergreift, noch sich  kritiklos auf." Dr. phil. Rebekka Horlacher, ph-Akzente 1/2013

„Mit der Aufarbeitung der Lebensgeschichte von Luisa De Agostini leistet Urs Hardegger einen fundierten Beitrag zur Schweizer Fürsorgegeschichte. Das Buch überzeugt durch wissenschaftliche Akkuratesse und ist zugleich durch seine leicht verständliche Sprache einer breiten Leserschaft zugänglich.“ Dr. phil. Michèle Hofmann, H Soz u Kult, Kommunikation und Fachinformation für Ge-schichtswissenschaften/ H-Net Reviews in the Humanties & Social Sciences, Februar 2013

„[Die Geschichte] führt mitten in den Alltag und die Mentalität der Zürcher Gesellschaft und politischen Auseinandersetzungen des 20. Jahrhunderts." Schweizerische Zeitschrift für Heilpädagogik, Jg. 19, 1/2013

Bevorstehende Veranstaltungen

Autor/in

Urs Hardegger, Studium der Erziehungswissenschaft und Sonderpädagogik an der Universität Zürich. 2005–2008 Wissenschaftlicher Assis tent am Institut für Historische Bildungsforschung an der Pädagogischen Hochschule Zürich. Danach diverse Lehraufträge in Schaffhausen, Zürich und Luxemburg. Seit 2006 Schulleiter, Dozent und freier Autor.

Mehr erfahren »
Vorsicht! Sie nutzen einen alten Browser!
Bitte aktualisieren Sie Ihren Browser um diese Seite anzuzeigen.