| Hannes Binders Vexierbilder Wo ist Maigrets Pfeife?
Hannes Binder
Was in der «Gartenlaube» unter «Allerlei Kurzweil» lief und damals wie heute den Zweck der Zerstreuung hatte, lebt im «NZZ Folio» seit zehn Jahren als «Binders Vexierbild». Etwas kodiert und verschlüsselt, hält sein Bild die Zeit an. In Zwischenräumen, Blattwerk oder Tapetenmuster versteckt sich ein Ding. Solange man es nicht gesehen hat, gehört man nicht dazu – zu den Wissenden. Hannes Binder zeichnet seit Jahren Vexierbilder und hat es darin zu wahrer Meisterschaft gebracht. Sein Markenzeichen: der vorgetäuschte Holzschnitt. Immer geht er von einem Thema, einem Sujet aus. Hat er das gefunden, entscheidet er, was zu suchen bzw. zu verstecken ist. Darauf folgt die Ausführung, das Handwerk: das Spiel mit Negativ- und Positivformen, die Suche nach Zwischenräumen, das Legen von Finten und Strukturen in Blattwerk und Tapetenmustern. Das Resultat ist eine dichte, vieldeutige Szene in Schwarzweiss, die es zu entschlüsseln gilt. Fasziniert sucht man nach der Person, dem versteckten Gegenstand. Und immer wieder täuschen die eigenen Sehgewohnheiten, führen in die Irre. Mit
einer Einführung von Daniel Weber, einem Nachwort von Hannes Binder und einem tröstlichen Lösungsteil. |